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Heizung verliert Druck? So finden Sie die Ursache – und das Leck
Zu Beginn der Heizsaison fällt es vielen auf: Der Zeiger am Manometer steht zu tief, die Heizung muss immer wieder nachgefüllt werden. Manchmal steckt etwas Harmloses dahinter, manchmal ein Leck in Wand oder Boden. Hier erfahren Sie, wie Sie das unterscheiden und was dann zu tun ist.
Welcher Druck ist normal?
Den richtigen Wert legt Ihr Heizungsbauer fest. In vielen Einfamilienhäusern liegt er im kalten Zustand etwa zwischen 1,0 und 2,0 bar, oft ist der Bereich am Manometer grün markiert. Im Betrieb steigt der Druck etwas an, das ist normal.
Wichtig ist nicht ein einzelner Wert, sondern der Verlauf: Fällt der Druck immer wieder, ohne dass Sie entlüftet haben, verliert die Anlage irgendwo Wasser.
Harmlose Ursachen
- Entlüftet: Nach dem Entlüften der Heizkörper fehlt das Volumen der Luft – der Druck sinkt einmalig. Einmal nachfüllen, dann sollte er stehen bleiben.
- Luft im System: Nach Arbeiten an der Anlage steigen noch eine Zeit lang Luftblasen auf und werden abgeschieden.
- Leichter Verlust über Monate: Ein geringer Rückgang über ein ganzes Jahr ist bei vielen Anlagen normal.
Häufige Ursachen an der Anlage
- Ausdehnungsgefäß: Hat das Gefäß zu wenig Vordruck, schwankt der Druck stark. Wird es zu hoch, öffnet das Sicherheitsventil und lässt Wasser ab.
- Sicherheitsventil: Tropft es an der Ablaufleitung oder am Trichter, verliert die Anlage dort Wasser.
- Automatische Entlüfter, Ventile und Verschraubungen: kleine Tropfstellen an Heizkörpern, Thermostatventilen oder am Kessel.
Diese Teile prüft Ihr Heizungsbauer bei der Wartung. Ist dort alles dicht und der Druck fällt trotzdem, ist ein verdecktes Leck wahrscheinlich.
Anzeichen für ein verdecktes Leck
- Sie müssen regelmäßig nachfüllen, zum Beispiel jede Woche oder jeden Monat
- Feuchte oder warme Stellen an Wand oder Boden, aufgequollene Sockelleisten
- Laminat oder Parkett wölbt sich, Fliesenfugen bleiben dunkel
- Muffiger Geruch oder Schimmel an Stellen, an denen kein Wasser sein sollte
- Wasserflecken an der Decke in der Etage darunter oder Feuchte im Keller
Warum ständiges Nachfüllen keine Lösung ist
Mit jedem Nachfüllen kommt frisches Wasser mit Sauerstoff und Kalk in die Anlage. Das kann auf Dauer Kessel, Pumpe und Leitungen schädigen. Vor allem aber läuft das verlorene Wasser irgendwohin – oft in Estrich, Dämmung oder Mauerwerk. Je länger das unbemerkt bleibt, desto größer wird der Feuchteschaden.
So wird das Leck gefunden
- Druckprüfung: Einzelne Heizkreise werden abgesperrt. So zeigt sich, welcher Strang Wasser verliert – bei der Fußbodenheizung Kreis für Kreis am Verteiler.
- Wärmebild (Thermografie): Heizungswasser ist warm. Tritt es aus, zeichnet sich die Stelle auf der Wärmebildkamera oft deutlich ab – besonders gut bei Fußbodenheizungen.
- Akustische Ortung: Mit empfindlichen Mikrofonen wird das Geräusch des austretenden Wassers in Wand oder Boden gehört.
- Feuchtemessung: zeigt, wie weit sich das Wasser schon verteilt hat.
- Prüfgas: wird je nach Fall eingesetzt, wenn andere Verfahren nicht reichen.
Ziel ist, die Stelle möglichst genau einzugrenzen, damit zur Reparatur nur gezielt geöffnet werden muss. Mehr zur Leckortung.
Leck in der Fußbodenheizung
Bei der Fußbodenheizung liegen die Rohre im Estrich. Ein Leck dort ist seltener, aber unangenehm: Das Wasser verteilt sich in Estrich und Dämmschicht und kommt oft erst spät an die Oberfläche. Nach der Reparatur muss der Boden meist technisch getrocknet werden. Wie das geht, steht im Ratgeber Estrich trocknen.
Wer zahlt?
Wasser, das aus der Heizungsanlage austritt, zählt in vielen Wohngebäudeversicherungen als Leitungswasserschaden. Dann werden in der Regel die Suche nach dem Leck, die Trocknung und die Wiederherstellung übernommen – je nach Vertrag auch die Reparatur des Rohres. Melden Sie den Schaden früh und machen Sie Fotos. Mehr: Wasserschaden: Wer zahlt? und Leckortung: Kosten.
Hilfe in Ihrer Nähe
trocknung.de Partner sind unter anderem für Sie da in Bielefeld, Gütersloh, Paderborn, Herford, Detmold, Minden, Dortmund, Hannover, Münster und Osnabrück – alle Orte.
Häufige Fragen
Wie oft darf ich die Heizung nachfüllen?
Nach dem Entlüften einmal nachzufüllen ist normal. Müssen Sie öfter nachfüllen, etwa jeden Monat oder häufiger, sollte die Ursache gesucht werden.
Kann ich das Leck selbst finden?
Sichtbare Tropfstellen an Ventilen und Verschraubungen ja. Ein Leck in Wand oder Estrich lässt sich ohne Messtechnik kaum genau finden.
Der Druck steigt statt zu fallen – was heißt das?
Ein starker Anstieg beim Aufheizen deutet oft auf ein Problem mit dem Ausdehnungsgefäß hin. Das prüft Ihr Heizungsbauer.
Muss für die Leckortung der Boden aufgestemmt werden?
Für die Ortung selbst meist nicht. Die Verfahren grenzen die Stelle von außen ein. Geöffnet wird erst zur Reparatur, und dann gezielt.
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