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Wasserrohrbruch – was tun? So handeln Sie in den ersten 30 Minuten richtig
Bei einem Wasserrohrbruch läuft in kurzer Zeit viel Wasser in Wände, Decken und Estrich. Je schneller Sie handeln, desto kleiner bleibt der Schaden. Hier die Schritte in der richtigen Reihenfolge – und was danach kommt.
Die ersten Minuten
- Hauptabsperrhahn zudrehen. Er sitzt meist im Keller oder Hausanschlussraum direkt neben dem Wasserzähler, in Wohnungen oft im Bad, in der Küche oder hinter einer Revisionsklappe. Im Uhrzeigersinn zudrehen.
- Strom sichern. Kommt Wasser an Steckdosen, Verteilerdosen oder Geräte, den betroffenen Stromkreis an der Sicherung abschalten. Nicht in stehendes Wasser treten, solange Strom anliegt.
- Nachbarn warnen. In Mehrfamilienhäusern läuft Wasser schnell in die Wohnung darunter.
- Wasser aufnehmen und Möbel, Teppiche, Elektrogeräte und Unterlagen aus dem nassen Bereich bringen.
- Fotos und Videos machen – vom Wasser, von der Leitung, von beschädigten Sachen. Beschädigte Dinge nicht wegwerfen, bevor die Versicherung sie gesehen hat oder es abgesprochen ist.
Wo ist der Hauptabsperrhahn?
- Einfamilienhaus: im Keller oder Hausanschlussraum, dort, wo die Leitung von der Straße ins Haus kommt, direkt vor oder hinter dem Wasserzähler.
- Mietwohnung: oft gibt es Absperrventile für die Wohnung im Bad, in der Küche oder im Flur hinter einer Klappe. Sonst den Hausmeister oder die Hausverwaltung anrufen.
- Tipp: Suchen Sie den Hahn heute schon einmal – im Ernstfall sparen Sie wertvolle Minuten. Lässt er sich nicht bewegen, sollte ihn ein Installateur gangbar machen.
Danach: die richtige Reihenfolge
- Versicherung bzw. Vermieter informieren – möglichst noch am selben Tag.
- Leitung reparieren lassen durch einen Installateur, damit das Wasser wieder angestellt werden kann.
- Feuchte messen lassen. Auch wenn die Oberfläche trocken wirkt, steckt das Wasser oft noch im Estrich, in der Dämmung oder im Mauerwerk.
- Technisch trocknen – je nach Lage mit Raumtrocknern, Dämmschicht- und Estrichtrocknung oder Infrarot. Mehr zur Bautrocknung.
- Wiederherstellen – Putz, Farbe, Böden und Fliesen erst, wenn die Abschlussmessung trocken zeigt.
Verdeckter Rohrbruch: die Warnzeichen
- Der Wasserzähler läuft, obwohl kein Wasser entnommen wird
- Feuchte Flecken, Blasen in der Tapete oder abplatzende Farbe
- Rauschen oder Zischen in der Wand
- Muffiger Geruch, Schimmel in Ecken
- Plötzlich höhere Wasserrechnung oder sinkender Druck in der Heizung
Den genauen Ort findet eine Leckortung mit Messtechnik – meist ohne großflächig aufzustemmen.
Wasserrohrbruch im Winter
Frost ist eine der häufigsten Ursachen. Gefroren dehnt sich das Wasser aus und sprengt die Leitung – sichtbar wird der Schaden oft erst beim Auftauen. Besonders gefährdet sind Leitungen in unbeheizten Kellern, Garagen, Gartenhäusern und an Außenwänden.
- Außenwasserhähne vor dem Winter absperren und entleeren
- Unbeheizte Räume mit Leitungen frostfrei halten
- Leerstehende Gebäude beheizen oder die Leitungen absperren und entleeren – viele Versicherungsverträge verlangen das ausdrücklich
Wer zahlt den Wasserrohrbruch?
Ein Rohrbruch an einer Leitung im Gebäude ist in der Regel über den Leitungswasser-Baustein der Wohngebäudeversicherung abgedeckt – oft einschließlich der Suche nach dem Leck, der Trocknung und der Wiederherstellung. Möbel und persönliche Sachen sind Sache der Hausratversicherung. Für die Leitung bis zum Wasserzähler ist meist der Wasserversorger zuständig. Ausführlich: Wasserschaden und Versicherung.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserrohrbruch?
Das hängt davon ab, wie lange Wasser gelaufen ist und wohin es gezogen ist. Wände trocknen oft in ein bis drei Wochen, eine nasse Dämmschicht unter dem Estrich meist in zwei bis vier Wochen. Die Abschlussmessung entscheidet.
Darf ich die Leitung selbst reparieren?
Provisorisch abdichten ja, die eigentliche Reparatur sollte ein Installateur machen. Für die Versicherung ist eine fachgerechte Reparatur mit Rechnung wichtig.
Muss ich den Schaden sofort melden?
Ja, so schnell wie möglich. Versicherungsverträge verlangen eine unverzügliche Meldung und dass Sie den Schaden so klein wie möglich halten. Kosten, die dafür sinnvoll entstehen, übernimmt in der Regel die Versicherung.
Was kostet ein Wasserrohrbruch?
Ein Leitungswasserschaden kostet die Versicherer im Schnitt fast 4.000 Euro (GDV). Der Betrag hängt stark davon ab, wie früh der Schaden bemerkt und getrocknet wird.
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